Donnerstag, 8. Januar 2015

Aktzeptanz des Äußeren

Ich hab mich lange selbst verabscheut, muss ich zugeben. Inzwischen mache ich Fotos von mir, lasse Fotos von mir machen. Aus meinen dunkelsten Jahren gibt es vlt eine Hand voll Bildern, weil ich mich so grässlich fand.
Heute ist das meist anders. Klar, denke ich mir manchmal, dass ich abnehmen könnte oder dies und das, aber ehrlich gesagt ist das oft nicht mehr so wichtig, nimmt nur noch dann einen Stellenwert ein, wenn die äußeren Umstände schwierig sind.

Wie ich dazu kam?
Gute Frage.

Viel Geduld, Akzeptanz und immer wieder gute Erfahrungen machen.
Ich bin bei Weitem nicht so hässlich wie ich mich finde und es zeitweise auch war.
Ich habe auch lernen müssen, dass ich noch so viel abnehmen kann, wenn ich unglücklich wirke.

Angefangen, mich zu akzeptieren, habe ich, indem ich mir morgens gesagt habe, was ich schön finde. Statt mit dem "Oh, ich hab dicke Beine" anzufangen, mochte ich morgens meine Haare, meine Augen, an manchen Tagen meine Haut, meinen Bauch, meine Brüste, was auch immer. Für mich hat das morgendliche Anschauen viel Zeit benötigt. Heute ist es gar nicht mehr so lange. Ich schaue in den Spiegel, stelle fest, dass ich ein ganz hübsches Gesicht habe, weil ich mir den kompletten Körper gar nicht mehr wahnsinnig anschaue und mache mich für die Schule fertig.

Ein weiterer Punkt: Aufhören mit wiegen, Es stresst ungemein, mich zumindest. Noch xy kg bis zum offiziellen Übergewicht, BMI xy. Blablabla, AFM Missbrauch aus Verzweiflung, Fressattacken aus Frust. Dämlich und unnötig. 2/3 von diesen Verhaltensweisen gingen mit der Waage einher. Ich wiege mich, wenn es viel ist 2x in der Woche, wenn es wenig ist 1x im Monat, aber so 1-2x in 2 Wochen kommt hin. Das reicht mir. Ich bin keine Zahl.
Mit dem weniger wiegen normalisierte sich mein Essverhalten ein bisschen. Nicht arg, aber auch, weil Druck weg war. Ich hab automatisch gesünder gegessen, weil ich regelmäßiger aß.

Und das wichtigste für mich, war zu erkennen, dass mein Ausstrahlung ganz viel ausmacht. Depressiv mit 8 kg weniger hab ich kein einziges Kompliment bekommen und ich wurde vor allem auch keinen Meter angenommen, mit mir konnte man ja nichts anfangen.
Jetzt sollen auch ein paar Kilo runter, aber so, dass meine Ausstrahlung immer noch da ist, dass ich immer noch glücklich bin und das Essen, die Waage, Kalorien, AFM Missbrauch, usw. kein Thema mehr sind. Dafür muss man aber, meiner Meinung nach, erst einmal eine Weil ein Gewicht halten, ordentlich essen, sich daran gewöhnen.
Ich brauche noch ein wenig bis ich an dem Punkt bin und solange genieße ich es, dass ich in den Spiegel schaue und mich nicht mehr verabscheue.

Es lohnt sich!

1 Kommentar:

  1. Hallo liebe Lisa,
    Was heißt denn merkwürdig? Oder soll ich besser nicht weiter nachfragen, weil du nicht darüber reden willst?

    Was für eine Therapie genau willst du denn machen? Ich denke, sowas ist in jeder Hinsicht sehr hilfreich :)

    Okay ... darf ich dir einen Tipp geben? :3
    Hast du City of Bones schon gelesen?

    Mach ich :D

    Oh ja, stimmt, dir auch ein frohes Neues!

    Haha, stimmt, das klingt komisch, aber ich kann's nachvollziehen.

    Bei dir scheint es ja gerade bergauf zu gehen, oder? Hört sich jedenfalls sehr gut an.

    Alles Liebe dir
    Lovely

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